«Ich habe die Situation analysiert und dann gehandelt»
Bildungsminister Daniel Oehry nimmt im Interview* mit dem «Vaterland» Stellung zu den aktuellen Entwicklungen im Schulamt. Im Zentrum stehen die nach dem Führungswechsel eingeleiteten Reformen, die Aufarbeitung bestehender Herausforderungen sowie die Frage, wie Vertrauen und Stabilität zurückgewonnen werden können. Oehry zeigt sich überzeugt, dass die notwendigen Weichen für eine nachhaltige Verbesserung gestellt wurden und setzt dabei auf pragmatische Lösungen, klare Strukturen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Bildungsminister Daniel Oehry blickt im Interview auf die Herausforderungen im Schulamt und die eingeleiteten Veränderungen zurück. Er betont, dass er die Situation nicht unterschätzt habe: «Im Schulamt haben sich über Jahre hinweg strukturelle, organisatorische und kommunikative Herausforderungen angestaut. Ich habe die Situation analysiert und dann gehandelt. Jetzt arbeiten wir an der Stabilität und an der Beantwortung der strukturellen Fragen.»
Nach dem Führungswechsel im Schulamt stehe für ihn nicht die Suche nach Schuldigen, sondern die nachhaltige Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Kommunikationswegen im Vordergrund. Mit der interimistischen Leitung sei die Handlungsfähigkeit sichergestellt und eine fundierte Analyse der Ausgangslage vorgenommen worden. Erste Verbesserungen seien bereits angestossen worden.
Eine externe Evaluation lehnt Oehry zum jetzigen Zeitpunkt ab, da diese den laufenden Veränderungsprozess behindern könnte. Stattdessen setzt er auf die bereits eingeleiteten Massnahmen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Sein Ziel sei ein Schulamt, das «verlässlich, effizient und unterstützend» arbeitet und den Schulen die bestmöglichen Rahmenbedingungen bietet.
Dabei steht für ihn das Vertrauen der Betroffenen im Mittelpunkt: «Eltern, Erziehungsberechtigte sowie Schülerinnen und Schüler müssen darauf vertrauen können, dass das System funktioniert.» Deshalb gelte: «Wir suchen keine Schuldigen, wir suchen Lösungen. Wir arbeiten an Verbesserungen und brauchen dazu das Engagement aller Beteiligten.»
* Das Interview erschien am Samstag, den 6. Juni 2026, im «Vaterland» und wurde von David Sele schriftlich geführt.
https://www.vaterland.li/liechtenstein/politik/bildungsminister-zur-krise-im-schulamt-ich-habe-die-situation-analysiert-und-dann-gehandelt-art-736404
